Gesteinigt soll sie werden, die Ehebrecherin. Sterben muss sie, die Hexe! Doch war sie bei der Tat ganz allein? Wurde ihr gar Gewalt angetan, bevor der Mob sie mordlustig vor die Stadt trieb? Darum geht es nicht. Oder doch? Es geht um die Handbreit, die uns alltäglich von der Unmenschlichkeit trennt. Es geht um die Hand, die nicht zuschlägt. Es geht um die Hand, die nicht die andere wäscht. Es geht um die Hand, die ich reiche. Es geht um die Menschenhand in Gottes Hand.
Dorothee Sandherr-Klemp (zu Joh 8,1–11)
aus: Magnificat. Das Stundenbuch 04/2025, Verlag Butzon & Bercker, Kevelaer; www.magnificat.de In: Pfarrbriefservice.de