Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein - als Kind habe ich das tatsächlich mal schmerzhaft erlebt. Im Evangelium geht es den Fallenstellern mehrfach genauso:
Die frommen Pharisäer tun sich mit den Leuten des Herodes zusammen - mit der Staatsmacht, sozusagen, die dazu auch noch Besatzungsmacht ist. Die dürften sich ins Fäustchen gelacht haben: endlich diesen lästigen Propheten Jesus loszuwerden, der so viel Unruhe ins Volk bringt! Wäre ihnen ganz recht gewesen.
Aber die wirklich Frommen im besetzten Israel: Für die ist es doch eigentlich Sünde, sich mit den "Heiden" und ihren Helfern abzugeben. Und das riskieren sie, weil sie in Jesus von Nazaret einen religiösen Aufrührer sehen, der ihren eingefahrenen Glauben und seine vielen Gebote in Frage stellt; öffentlich!
Sie gehen das Risiko ein und versündigen sich (nach ihrer eigenen Auffassung jedenfalls); und fassen dann auch noch das römische Geld an, den Denar, auf dem (schlimm genug - es gilt ja eigentlich ein Bilder-Verbot) ein Mensch abgebildet ist, Kaiser Tiberius nämlich. Und dann ist da auch noch die Inschrift aufgeprägt: "Der göttliche Tiberius, Sohn des göttlichen Kaisers Augustus"... Wer so ein Teil in die Hand nimmt, gilt eigentlich als Götzendiener...
Sie sitzen doppelt in der Falle - und das wird ihnen klar, als Jesus ihre Falle ganz ruhig und sachlich abfertigt. Sie ersparen es sich, das zuzugeben oder gar um Entschuldigung oder Verständnis zu bitten - drehen sich einfach um und gehen ab (vermutlich in verschiedene Richtungen).
Und lassen uns mit einer Frage zurück: Was dem Kaiser gehört, ist ja klar; sein Bild ist auf jeder Münze drauf. Aber was gehört Gott, wie erkenne ich, was Gottes ist - und wie gebe ich es Gott (zurück)? Das ist mehr als nur eine Millionen-Frage: Sie betrifft die ganze Menschheit, den Wert und die Würde jedes einzelnen Menschen - den hat Gott ja geschaffen als Gottes Bild und Gleichnis.
Jesus lädt ein, das neu zu erkennen und zu verstehen - und immer wieder in die Tat umzusetzen. Auch in dieser neuen Woche.
altfried g. rempe













