Matthäus erzählt in diesem Evangelium davon, wie Jesus seine Apostel aussendet, nachdem er die erschöpften Menschenmassen sieht, die quasi ohne Hirten, ohne Führung, dastehen und nicht mehr weiterwissen. Er weiß, dass er zunächst nur mit wenigen, nämlich mit den zwölf Aposteln, arbeiten kann.
Auf sie wartet eine Mammutaufgabe, das ist Jesus völlig klar. Deshalb definiert er ihren Auftrag zunächst sehr eng. Er gibt ihnen quasi eine Stellenbeschreibung mit, die ihnen helfen soll, sich zu fokussieren, und sich nicht von der Masse der Forderungen, die unweigerlich auf sie zukommen, erdrücken zu lassen. Sie lautet: Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe! Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus!
Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und damit die Zwölf diesen Auftrag überhaupt erfüllen können, stattet er sie mit den entsprechenden Kompetenzen aus, die ihnen diese Arbeit überhaupt ermöglichen.
Irgendwie erinnert mich das an die Situation heute. Wenige Arbeiter im Weinberg Gottes sollen die vielen Aufgaben, die so anfallen, am besten umfänglich erfüllen. Ausgestattet mit Kompetenzen, haben auch sie eine Stellenbeschreibung, die es ihnen ermöglicht, sich auf bestimmte Aufgaben zu fokussieren und sich nicht mit dem Gedanken überfordern, allen alles zu sein.
Aber heute wie früher stehen wenige den vielen anderen gegenüber. Und ich frage mich angesichts der heutigen Situation, was Jesus uns raten würde. Dabei hilft mir tatsächlich das heutige Evangelium. Denn Jesus sagt nicht zu seinen Aposteln: „Arbeitet mehr! Strengt euch mehr an!“, sondern er sagt zu den Jüngern, also der erweiterten Anzahl seiner Anhänger: „Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden!“
Vielleicht sollten wir uns einmal darauf fokussieren und darauf vertrauen, dass Jesus uns auch in dieser für uns herausfordernden Zeit beisteht und uns gute Gedanken und Ideen schickt.
Daniela Standard













